Frannz-Club

Schönhauser Allee 36

Zwei Musikenthusiasten erinnern sich …

Leo Gehl & Rainer Bratfisch

Leo Gehl

Musikredakteur

über Leo Gehl steht geschrieben:
„… Aber was ist eine Musiksendung ohne die Person dahinter? Anchorman der Bluesredaktion ist Erhard Leo Gehl. Als wandelndes Lexikon in Sachen Blues gelingt es ihm … seine Sendungen ebenso locker und leicht zu moderieren wie die Titelfolgen zusammenzustellen.“

aus der Laudatio zum German Blues Award
Quelle: www.deutschlandradio.de

Rainer Bratfisch

Journalist

Rainer Bratfisch schreibt:
Was ist geblieben, 30 Jahre nach dem Fall der Mauer, nach der Wiedervereinigung, nach der Wende, dem Anschluss, Beitritt oder wie auch immer? Wer damals noch auf einen eigenen Weg der Menschen im Osten, der nur allzu bald zu den „neuen Bundesländern“ mutierte, hoffte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Demokratischer Sozialismus? Genauso Fehlanzeige wie ein Kapitalismus mit menschlichen Zügen. Dem kurzzeitigen Aufbruch fehlten Konzepte, Visionen und Persönlichkeiten. Wer im „Osten“ sein Ding gemacht bzw. seinen Weg oder seine Nische gefunden hatte, fand sich früher oder später auch in der neuen Bundesrepublik, die eigentlich die alte blieb, zurecht. Was ich vermisse: die innere Ruhe, die Gelassenheit, die Sicherheit, die es im Gewächshaus DDR für die meisten gab. Was ich heute genieße: die Freiheiten, die mir früher fehlten. Bin ich mir selbst treu geblieben? Ich glaube schon – weitestgehend. Auf Fragen nach den Chancen eines Aufbruchs in heutiger Zeit weiß ich keine Antworten. Wichtig – Mensch bleiben. Mal innehalten. Freunde und Freude haben. Und öfter mal ganz einfach zufrieden sein. Mit dem, was man hat. Das Leben ist schön. Auch wenn es nicht immer leicht ist.

Leo Gehl – SelbstBild
Foto: K.S.
Rainer Bratfisch, Die Jazzszene in der DDR, Links Verlag
Quelle: Christoph Links
Rainer Bratfisch

Ein Projekt anlässlich von »30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall« im Auftrag des Bezirksamtes Pankow in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH. Das Projekt wird aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.