Fehrbelliner Straße 7

Hier probten Feeling B und Ornament & Verbrechen

Feeling B

Das waren Aljoscha Rompe (Gesang), Paul Landers (Gitarre), Flake Lorenz (Keyboard) und wechselnde Schlagzeuger.
1983 in der DDR gegründete Punkband.
Die Band produziert 1989 die erste offizielle Punkplatte in der DDR.
1993/94 gründen drei Mitglieder die Band Rammstein. Aljoscha Rompe, Kopf von Feeling B, macht mit neuen Musikern bis 1999 weiter.

Liedtext: Artig
Heja Hoja Ha
Heja Hoja Ha
Heja Hoja Ha
Wir woll’n immer artig sein,
denn nur so hat man uns gerne.
Jeder lebt sein Leben ganz allein
und abends fallen die Sterne.
Heja Hoja Ha

Der Tumult, den die Punks in der DDR veranstalten, währt ganze zehn Jahre: von 1979 bis 1989. Die Punks schreiben ein bizarres Kapitel DDR-Geschichte – grell durch die nonkonforme Überspanntheit ihres Treibens, finster durch dessen Verfolgung durch die Staatssicherheit. Sie führen sicher nicht den Zusammenbruch des Disziplinarregimes DDR herbei. Doch sie sind mitverantwortlich für eine nervöse Balance des Systems, die 1989 nicht mehr zu halten ist.

Quelle: „Too much future – Punk in der DDR“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., www.jugendopposition.de
Quelle: Video „Artig“

Ornament & Verbrechen

Das waren Ronald und Robert Lippok.

Ornament & Verbrechen war die bekannteste unbekannte Band der DDR. Das Instrumentarium, mit dem die Brüder Ronald und Robert Lippok 1983 anfingen, als Ornament & Verbrechen Musik zu machen, war überschaubar: ein kleines Casio-Keyboard und ein Plastikkanister gefüllt mit Legosteinen.

Die Freude am Experiment sei nicht nur aus dem Mangel an Material geboren, sagt Ronald Lippok, sondern auch eine bewusste Entscheidung gegen die bestehende Rockästhetik gewesen. „Wir waren damals inspiriert von Einstürzende Neubauten, Tödliche Doris, Deutsch-Amerikanische Freundschaft, Throbbing Gristle oder Cabaret Voltaire.“ Bei Ornament & Verbrechen – die ihren Namen beim umstrittenen Architekten Adolf Loos entliehen – mischten sich Industrial- und Post-Punk-Anleihen mit No-Wave-Sensibilität, die gelegentlich ins Psychodelische driftete. Weil die Besetzung der Gruppe ständig wechselte und man auch unter verschiedenen Pseudonymen agierte, wurde paradoxerweise die Ungreifbarkeit der Gruppe zum Markenzeichen. So wurde Ornament & Verbrechen die bekannteste unbekannte DDR-Band.

Quelle: goethe.de / Goethe-Institut
Konzert im Rahmen der Ausstellung ‚Geniale Dilletanten‘. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“.
Haus der Kunst, 2015
Foto: unbekannt

Ein Projekt anlässlich von »30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall« im Auftrag des Bezirksamtes Pankow in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH. Das Projekt wird aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.