Berliner Allee 125 B

Hier war das

KREISKULTURHAUS PETER EDEL …

Die lokalen Kulturhäuser in der DDR waren staatlich installierte, finanzierte und verwaltete Orte, für die oft schöne alte Gebäude genutzt  (oder sogar neue Arbeiterpaläste gebaut) wurden. Sie sollten der kulturellen und politischen Bildung sowie der sozialen Integration dienen. Hier fanden sich (kontrollierte) Räume für Veranstaltungen und Ausstellungen des sogenannten Volkskunstschaffens, auch für künstlerische Betätigung und Geselligkeit nach der Arbeit.

Aber einzelne Gruppen, die unter dem Dach dieser Institutionen agierten, entwickelte ganz eigensinnige Vorstellungen von ihrer Tätigkeit und bauten so (argwöhnisch beobachtete) Nester des Widerstands, die zu wirklichen Begegnungsorten wurden. Leiter von Zirkeln, Lyrikklubs, Theatergruppen, Tonstudios gelang es unter den offiziellen Formulierungen mit ihren wirklichen Anliegen hinduch zu segeln …

Das Kreiskulturhaus Peter Edel ist nach einem jüdischen Schriftsteller benannt. Es hatte einen großen und einen kleinen Saal für mehr als 500 Leute, ein kleines Theater, Ausstellungs- und Zirkelräume und es war landesweit bekannt für Blues- und Jazz-Konzerte und lokal beliebt für seine Senioren-Tanz-Tees …

The local cultural houses in the GDR were state-installed, financed and administered places for which beautiful old buildings were often used (or even workers‘ palaces newly built). They were supposed to serve cultural and political education as well as social integration. Here there were (controlled) rooms for events and exhibitions of so-called folk art, as well as for artistic activities and sociability after work.

But some groups, operating under the umbrella of these institutions, developed very individual ideas of their activity and thus built (suspiciously observed) nests of resistance, which became real meeting places. Leaders of circles, poetry clubs, theatre groups, recording studios succeeded in sailing under the official phrasings with their real concerns …

The Kreiskulturhaus Peter Edel is named after a Jewish writer. It had a large and a small hall for more than 500 people, a small theatre, exhibition and circle rooms and it was nationally known for blues and jazz concerts and locally popular for its senior dance teas …

K.S.
Foto: K.S.

Ein Projekt anlässlich von »30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall« im Auftrag des Bezirksamtes Pankow in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH. Das Projekt wird aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.