Lychener Straße 11

Hier war das KEGLERHEIM, genannt Fegler wie die Wirtin hieß

Fengler

Wilhelm Päch:
Das Fengler war, wenn man es erstmalig betrat, zum Erschrecken: Wände, die, wie es schien, seit Jahrzehnten nicht gestrichen oder geweißt worden sind, total verräucherte Decke, Tische standen eng beieinander und waren in den Abendstunden bis zur Polizeistunde immer krachend gefüllt, man fand selten Platz, musste häufig lange stehen, und ein ziemlich hoher Geräuschpegel aus den Gesprächen resultierend, die an allen Tischen mehr oder weniger lautstark geführt wurden, das mischte sich mit dem Qualm der fast alle rauchenden Gäste. … Die Witwe behandelte alle gleich und war besonders bei den Jüngeren eine sehr beliebte Person, trotz des resoluten Auftretens.

Wilhelm Päch verkehrte vor allem in den Siebziger Jahren im Fengler. Den damaligen DEFA-Dramaturgen interessierte vor allem der intellektuelle Austausch mit Künstlern, Akademikern und Studenten, die sich hier ebenso trafen wie die ganz normalen Kieznachbarn. Im Zentrum des Treibens stand die Wirtin Margarete Fengler.

aus: Ralph Gerstenberger, Zwischen Keglerheim und Strammer Max, 12.10.2004,
www.deutschlandradio.de/archiv
Fengler
Foto: Ilona Sachs

Ein Projekt anlässlich von »30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall« im Auftrag des Bezirksamtes Pankow in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH. Das Projekt wird aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.